Home > Allgemein > Marktkommentar KW05: Euro-Krise belastet Finanzmärkte

Marktkommentar KW05: Euro-Krise belastet Finanzmärkte

5. Februar 2010

Das Thema Zwischenkorrektur hat an den Aktienmärkten nach nur einer Woche wieder seine Bedeutung verloren. Stattdessen sorgen an den Börsen die vielfach veröffentlichten Quartalszahlen für Bewegung in die eine oder andere Richtung. Daneben dominiert aber vor allem die Lage in den kriselnden EU-Staaten Griechenland und jetzt auch Portugal das Verhalten der Anleger. Die Lage in den beiden südeuropäischen Ländern lastet schwer auf dem Euro und hat damit auch Auswirkungen auf die Aktien- und Anleihenmärkte. Der deutsche DAX verlor am gestrigen Donnerstag so zeitweise über 2,5% und kämpft mit wichtigen charttechnischen Unterstützungen.

Der Grund hierfür liegt in der Sorge der Anleger bezüglich möglicher Staatspleiten. Die Krise in Griechenland schwelt zwar bereits einige Monate, eine schnelle Lösung ist aber nicht in Sicht. So konnte zwar die EU-Kommission eine verstärkte Kontrolle über die Finanzen der Griechen durchsetzen, aber ob diese Maßnahmen greifen ist noch offen. Zumal die tatsächlichen Auswirkungen der Krise der streikfreudigen griechischen Bevölkerung noch nicht in Gänze bekannt sind.

Mit Sorge richtet sich zudem seit Donnerstag der Fokus auf Portugal, womit bereits der zweite der problemanfälligen PIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) für merkliches Rumoren in der Eurozone sorgt. Wie auch in Griechenland führt auch hier ein ausuferndes Staatsdefizit zu drastisch gestiegenen Risikoaufschlägen bei den Staatsanleihen. Zudem hatte Portugal am Mittwoch dann als erstes Euroland eine Anleihe nicht mit dem geplanten Volumen platzieren können, was sich zunächst nur bei den Aktienmärkten auf der iberischen Halbinsel auswirkte und später aber alle europäischen Märkte erheblich belastete. In der Folge erreichte der Euro gegenüber dem Dollar ein neues Tief, was sich wiederum belastend auf die Aktienmärkte auswirkte. Denn über kurz oder lang wird sich dies wiederum für die exportfokussierten Unternehmen als großes Problem erweisen. In der Folge schwächelnder Absatzzahlen käme dies dann auch relativ rasch problemverschärfend zur aktuellen Wirtschaftskrise hinzu. Dementsprechend hat die Europäische Zentralbank ihre Politik des billigen Geldes gestern erneut bekräftigt. Allerdings werden die Probleme einiger Euro-Staaten durch den regelmäßigen Hinweis auf die Stabilitätskriterien auch nicht gelöst.

Für Baufinanzierer sind dies alles in allem aber keine schlechten Nachrichten, wenngleich die Dauer der Billig-Zinsen weiter offen ist. Die Bauzinsen bewegten sich in der vergangenen Woche erneut kaum vom Fleck. Lediglich kurze Laufzeiten wurden um wenige Zehntel Prozentpunkte teurer. Die Ansicht vieler Volkswirte, wonach erst in der zweiten Jahreshälfte mit einem Anstieg der Leitzinsen zu rechnen sei, wurde heute auch von EZB-Chef Trichet bekräftigt. Ab März wolle man sich über eine Anpassung der Geldpolitik Gedanken machen. Entscheidend für die Entwicklung beim Baugeld wird sein, mit welchen Renditeaufschlägen Staatsanleihen bepreist werden. Denn langfristige Bauzinsen orientieren sich an den Staatsanleihen.

Mein Fazit: Nach wie vor besteht für Neufinanzierungen die Möglichkeit sich mit den langfristigen Bauzinsen sehr viel Planungssicherheit zu verhältnismäßig günstigen Konditionen zu erkaufen. Für Um- und Anschlussfinanzierer bietet das aktuelle Zinsniveau weiterhin sehr viel Einsparpotential.

Marcus Rex Allgemein , , , , , ,

  1. Glatz
    27. April 2010, 20:39 | #1

    Super Blog, immer wieder interessant zu lesen!

Kommentare sind geschlossen