Home > Allgemein > Marktkommentar KW06: Griechenland-Krise bleibt beherrschendes Thema

Marktkommentar KW06: Griechenland-Krise bleibt beherrschendes Thema

15. Februar 2010

An den Kapitalmärkten Europas dominiert einmal mehr das Thema Griechenland das Geschehen. In der Presse macht täglich das Bild der griechischen Tragödie oder der griechischen Komödie – je nach aktuellem Ereignis – die Runde. Die Südeuropäer stehen angesichts unsolider Staatsfinanzen und eines ausufernden Staatsdefizits weiter kurz vor dem Staatsbankrott. Die Risikoaufschläge bei griechischen Staatsanleihen stiegen zuletzt in ungeahnte Höhen und die EU versucht sich an einer Lösung des Problems.

Ein EU-Gipfel am gestrigen Donnerstag sorgte dabei eher für mehr Verwirrung als Klarheit. Ursprünglich nicht geplante Finanzhilfen seitens der EU sollten nun doch gewährt werden. Und Griechenland wiederum lehnte diese Finanzhilfen aber seinerseits überraschend ab. Stattdessen wolle man lediglich politische Unterstützung erhalten. Dabei bedarf es dieser Unterstützung eigentlich eher seitens des eigenen Volkes. Denn die Massenproteste in dieser Woche in Athen und dem gesamten Land machten deutlich, dass das Problem nicht allein von der griechischen Regierung zu lösen sein wird. Ohne Unterstützung durch die Bevölkerung wird sich Griechenland nicht von der Problemkarte in Europa verabschieden. Dementsprechend verloren im späten Donnerstaghandel auch die europäischen Aktienmärkte wieder an Dynamik und bewegten sich in tiefrotes Terrain.

Auch nur allzu verständlich. Denn auch die Lage bei zwei weiteren der problemanfälligen PIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) auf der iberischen Halbinsel ist ebenfalls unklar. Wenngleich der Fokus noch immer auf die Helenen gerichtet ist: Für die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bedeutet dies eine schwer abzuschätzende und anhaltende Unsicherheit. Denn es bleibt weiter offen, ob die Stabilität des Euro zugunsten einer Rettung Griechenlands oder anderer Staaten nun aufgeweicht wird oder nicht.

Die Aktienmärkte leiden somit weiter unter dieser Unsicherheit. Der DAX pendelt um die charttechnisch wichtige 5.500er Marke und auch in den USA kämpft der Leitindex Dow Jones mit den 10.000 Punkten. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Anleihenmärkte. Staaten mit finanziellen Problemen müssen seit Tagen hohe Risikoaufschläge bei ihren Staatsanleihen in Kauf nehmen, während solide Staaten wie etwa Deutschland sich weiterhin günstig refinanzieren können.

Derweil bleiben die (Leit-)Zinsen insgesamt weiter auf ihrem historischen Tief. In der Folge bleiben auch die Konditionen für Baufinanzierer günstig. In der vergangenen Woche gab es nur leichte Veränderungen bei den Bauzinsen.

Mein Fazit: Da viele Fachleute im Jahresverlauf mit steigenden Zinsen rechnen, sollten sich Immobilieninteressierte bald möglichst die historisch niedrigen Zinsen sichern. Besonders die langfristigen Zinsen ermöglichen derzeit auf lange Sicht günstige Finanzierungen. Für Um- und Anschlussfinanzierer bieten sich ebenfalls weiterhin günstige Finanzierungsmöglichkeiten, die Geld sparen lassen.

Marcus Rex Allgemein , , , , , ,

Kommentare sind geschlossen