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Wie viel Screentime ist gesund? Was sagen Gesundheitsforscher zum Online-Verhalten? Kinderschutz & Screentime

Text von Sonja Steppan, Bilder von Priscilla du Preez, Daan Stevens, Annie Spratt und Kelly Sikkema

Kinderschutz & Screentime

Wie viel Screentime ist gesund?
Was sagen Gesundheitsforscher zum Online-Verhalten?

Wer in den Achtzigern noch von seinen Eltern gesagt bekam, „nicht so viel fernsehen, sonst kriegst du viereckige Augen“, der kann angesichts des damaligen schwerfälligen Röhrenfernsehers heutzutage nur milde schmunzeln. Mit „heutzutage“ ist hier eine Zeit gemeint, in der Kleinkinder manchmal versuchen, Bücher wie iPads zu swipen, in der etwas ältere Kinder auf den Realitätsverlust durch Instagram-Influencer getestet werden und in der Lehrer bereits in der Grundschule Cybermobbing auf dem Pausenhof unterbinden müssen. Kurzum, der Medienkonsum ist rasant gestiegen, und Experten berechnen, dass bis 2020 pro Kopf an die zehn vernetzte Geräte im Besitz sein werden – laut Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco, sind es derzeit bereits halb so viele.

Das eigene Wohlbefinden kann vom exzessiven Medienkonsum beschädigt werden

Hauptsächlich werden Erziehungsberechtigte in die Pflicht genommen, Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu erziehen. Das bedeutet nicht nur, zu reagieren, wenn ihnen kritische Inhalte auffallen, auf die sie im Netz stoßen: Besonders heißt „Medienkompetenz“ den Umgang mit gesunder Screentime und die Einbeziehung der Kinder in die Überlegungen, wann es Zeit für eine Bildschirmpause ist. Überzeugt sind alle Experten: Das eigene Wohlbefinden kann von zu exzessivem Medienkonsum beschädigt werden. Doch besser als strikte Verbote und rigorose Regeln ist insbesondere das Gespräch mit den Kindern über ihre Medienaktivitäten.

Die neuen Medien bieten endlos viele Möglichkeiten, und Gefahren?

Heranwachsende sollen ihre eigenen Erfahrungen machen – gemeinsam mit den Eltern

Als sogenannter „digital native“ wird eine Person der gesellschaftlichen Generation eingestuft, die ausschließlich in der digitalen Welt aufgewachsen ist. Und davon profitieren Kinder natürlich zunächst, denn die neuen Medien bieten endlos viele Möglichkeiten des Spielens. Wo aber Eltern zumeist aus einem höchstens teilweise digitalisiertem Zeitalter stammen und sie sich diese Kompetenz erst aneignen müssen, kann diese Generation antonym als „digital immigrant“ bezeichnen werden, mit allen Herausforderungen die damit verbunden sind.

Was macht die permanente Erreichbarkeit aus der Erziehung?

Es kann mit ein wenig Achtsamkeit gemeinsam gelingen, trotz permanenter Erreichbarkeit, das analoge Leben nicht zu vernachlässigen. Dabei sind die Sorgen vieler Eltern berechtigt, zum Beispiel dass Smartphones und Konsolen Kinder in einen ungesunden Bann ziehen können und so Screentime ein emotionales Streitthema werden kann.

Ein gutes Gleichgewicht zwischen analogen und digitalen Hobbys

Bieten Sie Ihren Kindern Abwechslung: Suchen Sie gemeinsam eine Sportart, ein Musikinstrument oder eine soziale Aktivität aus! Sie müssen bei weitem nicht so viel Überzeugungsarbeit leisten, wenn Ihr Kind versteht, wie großartig es sich in einem Handballverein, einem Kinderorchester oder einer Pfadfindergruppe fühlt. Auch innerhalb der digitalen Interessen gibt es unterschiedliche Spiele. Sind diese für Sie pädagogisch wertvoll? Haben Sie nachhaltig das Gefühl, die vermittelten Inhalte passen zu Ihren Werten?

Feste Medienzeiten für Kinder und Jugendliche können helfen den Konsum im eigenen Haus im Zaum zu halten.

Feste Medienzeiten geben Orientierung

Nutzungszeiten sollten nach Möglichkeit eingehalten werden. Für Eltern gibt es praktische Softwares, die durch einen Mediennutzungsvertrag für Kinder sinnvolle Richtlinien einstellen können. Technische Hilfsmittel, wie die Zeit zu beschränken, soll natürlich nur die mündliche Absprache mit den Kindern unterstützen und nicht lediglich zur Kontrolle dienen.

Den Kindern ein Vorbild sein

Kinder beobachten mehr, als mit ihnen besprochen wird. Sie sind besonders in jungen Jahren empfänglich für die Stimmungen der Eltern und merken, wie sehr deren Smartphone-Konsum die Aufmerksamkeit beansprucht. Fragen Sie sich selbst, wie sehr Sie von Ihren Geräten abhängig sind. Bekommt Ihr Kind uneingeschränkte Beachtung von Ihnen oder muss es mit Ihrem Handy konkurrieren? Schauen Sie Ihr Kind bewusst in die Augen, wenn sie kommunizieren – nicht an einem Gerät vorbei.

Smartphones können aber auch als immense Lernhilfe dienen

Zum Weiterlesen:

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat sich ebenfalls des Themas angenommen und eine Tabellenliste publiziert, die für alle fragenden Eltern ein Anhaltspunkt sein kann. Ganz klar wird auch hier, dass solcherlei Angaben noch immer der klaren Kommunikation mit dem Kind obliegen: „Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind feste Regeln, wie lange es täglich fernsehen, Computerspiele spielen und Dateien mit Musik oder Geschichten hören darf.“ Im Umkehrschluss plädiert die BZgA auch für „medienfreie Tage“, an denen statt Medienkonsum ein sportlicher Ausflug gemacht wird, ein Tag im Zoo oder Museum verbracht wird.

„Das Handy hat in seinem Inneren synchronisierbare Familienkalender, Wegbeschreibungen ohne Ehestreit und 38 Gigabyte beglückende Kinderfotos – aber auch jede Menge Suchtpotenzial.“ Noch eine Spur deutlicher wird Journalistin Vera Schröder, die das familienorientierte Konzept des Magazin „Süddeutsche Zeitung Familie“ mitentwickelte und darin den Artikel „Wer darf wie lange ans Handy und warum?“ als Plädoyer für strikte Absprachen und eine Vorbildfunktion der Eltern veröffentlichte.

Weiterführend hat sich der Gehirnforscher und Psychologe Manfred Spitzer mit dem beunruhigenden Themenkomplex „Digitale Demenz“ befasst und ein gleichnamiges Buch herausgebracht. Er beobachtet in seinen jahrelangen Forschungen, dass „bei Kindern und Jugendlichen durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert wird.“ Dabei seien die Folgen unter anderem deutliche Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste, Schlafstörungen und Depressionen, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Paranoid sollen Eltern trotzdem nicht werden – sondern der Entwicklung wachsam entgegenwirken. Es lohnt, sich ausgiebig zu informieren!

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