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Michael Wiethaus lebt und arbeitet auf kleinem Raum. Im zweiteiligen Interview erzählt er von der kreativen Nutzung seiner vier Wände.

Text von Sonja Steppan, Bilder von Sima Dehgani

Michael Wiethaus: „Ich habe mich so eingerichtet, dass ich wirklich relaxen kann.“

Zum ersten Teil der Reihe

Wem nicht viele Räume zur Verfügung stehen, der muss nicht auf Komfort verzichten, sondern braucht ein wenig Geschick oder Sinn für Pragmatismus. Platzsparende Wohnkonzepte, die volle Flexibilität bieten, und ansprechend gestaltet sind, wurden nicht nur Verkaufsschlager diverser Möbelhäuser, sie lassen sich auch effizient selbst zusammenstellen.

Von Mixen erfuhren wir zuletzt die Einrichtungsideen die in seinem Container-Büro umsetzte, indem er es gleichzeitig zu einem begehbaren Portfolio umfunktionierte, und umgeben von vielen kreativen Kleinunternehmern mit dem Fotografen Conny Mirbach bewohnt. Es kam bereits zur Sprache, dass Michael Wiethaus die strikte Trennung von Arbeit und Freizeit nicht nur wichtig, sondern Teil seiner Lebensphilosophie ist.

In seiner Dachgeschosswohnung wird dies umso deutlicher. Seine arbeitsfreie Zone daheim scheint ein gemächlicher Rückzugsort zu sein. Gleichzeitig machen seine zwei Räume den Eindruck, eher als pragmatische Ankleide- und Schlafzimmer verwendet zu werden, anstatt zum langen Verweilen.

Im Herzen der Maxvorstadt, an einem frühlingshaften Donnerstagmorgen. Im obersten Stockwerk des Wohnhauses, kurz vor der Klingel „Wiethaus“, strömt uns bereits Kaffeeduft entgegen.

Sonja: Mixen, du scheinst kein Typ zu sein, den man als Stubenhocker bezeichnen könnte, oder einen Hygge-Lifestyle zelebriert.

Mixen: (lacht) Weder Feng Shui, noch Hygge! Ich habe es mit gemütlich gemacht, dabei aber keine ausgefeilte Einrichtungsphilosophie verfolgt.

Sonja: Wie lange lebst du nun hier?

Mixen: Seit acht Jahren mittlerweile.

Sonja: Was magst du besonders an deiner Wohnung?

Mixen: Sie liegt in der Maxvorstadt und damit sehr zentral. Ich habe mir die Räume genauso eingerichtet, dass ich hier optimal relaxen kann und alles habe, was ich brauche. Bei wenig Platz muss mich nicht um viel kümmern. Den meisten Stauraum brauche ich für meine Kleider – weil ich durch den Skateladen viele Klamotten und Schuhe erhalte, habe ich die ganze Wand mit einem Regal ausgefüllt und dahinter einen Abstellplatz für Staubsauger und Wäscheständer geschaffen.

Sonja: Hast du einen besonderen Lieblingsort in der Wohnung?

Mixen: Dieses Pappbett von Room In A Box mag ich sehr gerne, es ist wahnsinnig bequem. Über die Hersteller habt ihr bereits geschrieben. Das Bett ist eine günstige, nachhaltige, aber auch vielseitige Lösung für mich. Nachts schlafe ich hier, tagsüber nutze ich es als Couch, und richte es so ein, dass ich von dort aus fernsehen kann.

Sonja: Hat es dich jemals genervt, relativ wenig Wohnfläche zur Verfügung zu haben?

Mixen: Ich bin ziemlich glücklich mit meiner Wohnsituation, obwohl es als Fußballfan natürlich lange Zeit mein größter Traum gewesen wäre, nach Giesing in Stadionnähe zu ziehen. (lacht) Also hat es mich hier hin und wieder genervt, aber nicht weil ich meine Wohnung nicht mag, sondern weil entsprechend zu dem sehr günstigen Preis leider nichts renoviert oder erneuert worden ist.

Sonja: Also hättest du die Renovierung selbst bezahlen müssen?

Mixen: Ja, das obliegt in diesem Haus jedem Mieter selbst, und das habe ich nicht ganz eingesehen. Ich hätte es mir sicherlich schöner machen oder eine neue Küchenzeile einbauen können, aber dieser Wunsch kam auch erst in den letzten Jahren, als ich etwas älter wurde.

Sonja: Hast du hier irgendwelche Änderungen vorgenommen?

Mixen: Nein, eigentlich ist es immer gleich geblieben. Irgendwann dachte ich: „Entweder renoviere ich jetzt einmal alles von oben bis unten – oder ich ziehe aus.“ Glücklicherweise hat es sich nun so ergeben, dass ich bald mit meiner Freundin zusammenziehen kann, dann habe ich mehr Platz.

Sonja: Hat deine Freundin sich hier wohlgefühlt?

Mixen: Ja, total, auch wenn meine Bude kleiner ist als ihre. Meine Freundin nennt diese Wohnung scherzhaft „Das Vogelhaus“, weil sie so klein ist. (lacht) Übrigens habe ich wirklich ein Vogelhaus draußen am Fenster. Meine Mama hat es mir zu Weihnachten geschenkt. Irgendein Typ auf dem Markt, an dem sie Blumen verkauft, hat es von Hand geschnitzt. Leider sind jetzt keine Vogeleier mehr drin, nur die Tauben machen dort Dreck.

Sonja: Wenn man die metaphorische Idee mit dem Vogelnest etwas weiterspinnt, dann wirst du mit dem baldigen Umzug quasi „flügge“. Und du scheinst ja ohnehin viel auf Achse zu sein. Hast du das Gefühl, dass du mehr hier bist, oder im Büro?

Mixen: Ich bin definitiv mehr unterwegs, als zuhause. Aber nicht immer nur im Büro. Ich bin oft beim Sport, viel im Skate-Laden, viel draußen. Mein Zuhause fühlt sich oft nur nach Schlafplatz an. Deswegen hatte ich auch das Bedürfnis, mich so einzurichten, dass ich wirklich relaxen kann, und nicht viel machen oder hier arbeiten muss.

Das Herzstück der Wohnung ist die mit Andenken übersäte Pinnwand

Als Herzstück fällt in der winkeligen Wohnküche rasch eine Art collagenhafter Schrein ins Auge: Eine übersäte Pinnwand voller Andenken, dazu ein antiquarisches Küchenradio auf einem Sideboard, zwei Wecker, verschiedene Schlüsselanhänger, Fußballkarten, Sticker, Batterien und Taschenmesser. „No place like home“, heißt es eingerahmt neben einigen Sammelfiguren.

Sonja: Mixen, ich habe lange keine Wohnung mit derart voller Pinnwand mehr gesehen, weil fast alle Menschen ihre Erinnerungen nur im Smartphone aufheben. Wofür steht dieses Sammelsurium?

Mixen: Ich besitze lauter Kleinkram und finde als Grafikdesigner auch von Berufswegen her vieles cool, wie etwa die verschiedenfarbigen Anstecker der Pinakothek der Moderne, diverse Pins oder analoge Fotos. Meine Pinnwand ist ein bisschen wie ein persönliches Gemälde, mit Geburtstagskarten, Aufkleber, Tickets. Weil ich nicht so viel Platz für Bilder habe, finde ich es so ziemlich praktisch.

Sonja: Welchen Wohnstil hast du dir angewöhnt, um den kleinen Raum optimal zu nutzen?

Mixen: Es ist aufgeräumt. Am meisten Platz nehmen meine Kleider und Schuhe weg. Ich habe keine großen Möbel oder Gegenstände, sondern viel Kleinkram. „Nippes“ sagt man – dafür gibt es, glaube ich, kein bayrisches Wort. „Glump“ vielleicht. (lacht) In mir schlummert vielleicht auch ein Industriedesigner, weil ich viele Gegenstände einfach unheimlich schön finde. Gläser zum Beispiel. Wenn ich ein tolles Glas sehe, dann kaufe ich es. Oder frage den Barkeeper danach.

Sonja: Kannst du dir vorstellen, dass du auch eine Passion für große Regale oder sperrige Stühle an den Tag legst, sobald du mehr Platz in der Wohnung hast? Ist deine Liebe zu „Nippes“ auch dem Umstand geschuldet, dass du nicht so viel Raum hast?

Mixen: Ja, das kann gut sein. Ich freue mich sehr auf den Umzug! Ich habe vor, mir unser Wohnzimmer so herzurichten, dass auch mal Gäste übernachten können. Das war hier leider nie möglich. Die neue Wohnung ist mit 65 Quadratmetern um einiges größer. Aber trotzdem habe ich in den acht Jahren meine Bude immer gern gehabt.

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