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Aspekte der menschlichen Beziehung zu Technologie – privat und im öffentlichen Raum

von Sonja Steppan, Fotos von Olaf Becker, Tanja Kernweiss und Julia Bergmeister

Sarah Dorkenwald: „Das Morgen heute erforschen“

Welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Auswirkungen wird Technologie haben?

Neue Technologien, die unser Leben mehr und mehr beeinflussen, beziehen sich sowohl auf den privaten wie öffentlichen Raum, als auch das soziale Miteinander. Nicht nur deren Entwickler und versierte Ingenieure, sondern auch vermehrt wissenschaftliche Forscher wie Psychologen, Philosophen, Anthropologen und Soziologen setzen sich demnach mit der Frage auseinander, welche Rollen Technologie und Design spielen, wenn es um eine wünschenswerte Zukunft in unserer Gesellschaft geht. Besonders spitzt sich diese darin zu, mit welchen Zielen und Interessen Technologieunternehmen, Regierungen und andere Akteure vermeintliche Zukunftsentwürfe vorgeben und maßgeblich bestimmen.

Unter der Annahme, dass die Zukunft schon in der Gegenwart angelegt ist, und im Hier und Jetzt verhandelt werden sollte, vermittelt Sarah Dorkenwald zusammen mit Tanja Seiner und Karianne Fogelberg als UnDesignUnit alternative Szenarien für dringende Herausforderungen.

Was definiert eine Traumstadt in der Zukunft?

Sarah Dorkenwald ist als konzeptionelle Designerin und Forscherin tätig, als Kuratorin, Professorin für Designtheorie und Autorin – und ist damit in ihrer Biographie genauso komplex und multidimensional wie die Themen, mit denen sie sich befasst. In besagten Lebenslauf fügen sich eine Designausbildung an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung, Tätigkeiten als Kreativdirektorin für Magazine und Agenturen, eine Reihe von Auszeichnungen und Residenzen sowie die Designpartnerschaft „dorkenwald + spitzer“ mit der Konzeptkünstlerin Ruth Spitzer. Was verbindet nun also eine umtriebige Professorin und eloquente Designtheoretikerin mit den smarten Technologien unserer stets absprungbereiten Gegenwart?

Die Wechselwirkung zwischen Wirtschaft, Politik und Ökologie

Mit dem Podiumsgespräch „Brave New World?“, rund um den Begriff “Smart City”, moderierte sie am Beispiel von Songdo, Südkorea, eine Diskussion bei der sie das Versprechen dieser angeblichen “Traumstadt” mit innerstädtischen Parklandschaften, Salzwasserseen, fußläufige Arbeitswegen, hohem Ökologiestandard und fast kompletter Sicherheit im Austausch mit Wissenschaftlern, Architekten und Designern hinterfragte.

In München kuratierte sie zuletzt „Hello Future! Das Morgen heute erforschen“ in Zusammenarbeit mit Karianne Fogelberg und Tanja Seiner für Die Neue Sammlung – The Design Museum.

Diese Zeitreise in die Zukunft, die mit den Mitteln des sogenannten „spekulativen Designs“ erfahren werden soll, führte die Teilnehmer hin zu Alternativen zu vorherrschenden Zukunftsentwürfen. Unter dem Motto „Wir gestalten unsere Zukünfte selbst!“ kreiste das allen offen stehende Future-Making-Lab, bei dem jeder zum Experten seiner eigenen Lebenswirklichkeit werden konnte, um das ambivalente Verhältnis zwischen Gegenwart und Zukunft sowie zwischen vorgefertigten Zukunftsvisionen und der eigenen Vorstellungskraft.

"Was wäre, wenn gewisse Lebensmittel nur noch begrenzt erhältlich wären und zum Instrument von politischen und wirtschaftlichen Interessen würden?"

Gegenwärtige Zukunftsentwürfe hinterfragen und das kritische Potential von Design freisetzen

Die Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt, dessen Reflexion und die Mitgestaltung der Zukunft, ziehen sich wie ein roter Faden durch Sarah Dorkenwalds Arbeit. Dabei entwickelt sie neue diskursive Formate, die kritische Positionen einführen. „Undesign #1 Speculative Dinner Performance“ ist solch ein Format, das im Rahmen der „Tischszenen“ in den Münchner Kammerspielen erfolgte und in Co-Kuration mit der Designtheoretikerin Karianne Fogelberg entstand. Die Speisen des ‚Desert Traveller’s Meal’, wurden von der kritischen Designerin Lisa Ma und der Raw-Food-Köchin Christine Mayr aus Ingredienzen aus der Wüste zusammengestellt. Gemeinsam kochend und essend, kam eine kontroverse Diskussion zwischen den Mitwirkenden und teilnehmenden Gästen in Gang. Sie befasste sich mit der Frage inwieweit sich die fortschreitende Erderwärmung auf die Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser auswirken könnte. Was wäre, wenn gewisse Lebensmittel nur noch begrenzt erhältlich wären und zum Instrument von politischen und wirtschaftlichen Interessen würden?

Sarah Dorkenwald: "Die Welt schützen, ohne auf Konsum verzichten zu müssen"

Die Welt schützen, ohne auf Konsum verzichten zu müssen

Sarah schlägt im Hinblick auf den Umgang mit Ressourcen, Produktion und Vertrieb einen alternativen Umgang vor. Im Magazine Nomad erschien ein Essay von ihr, der klar machte, dass es uns als Menschen nicht weiterbringen wird, Ressourcen aufzubrauchen, sondern wir mit Rohstoffen intelligenter umgehen müssten. Sie plädiert für eine Kreislaufwirtschaft, bei der die eingesetzten Materialien in sinnvoller Form rückgeführt werden. Das Fairphone erklärt sie hier zum Paradebeispiel für eine neue Haltung: „Es steht für eine neue Generation an Machern, die durch eine kooperative Unternehmenskultur nicht nur flexibler und schneller alternative Geschäftsideen umsetzen können, sondern auch eine neue teilhabende Haltung in der Geschäftswelt einleiten.“ Es könne durch solche Prinzipien demokratischer mitentschieden werden, was zukünftig auf den Markt kommt.

Was definiert eine Traumstadt in der Zukunft?

Ist die Zukunft für Sie greifbar?

Stellen Sie sich doch selbst einmal auf die Probe:

– Welche Visionen der Zukunft begegnen Ihnen im Alltag?

– Wünschen Sie sich, diese zu hinterfragen und zu gestalten?

– Haben Sie bereits einmal Austausch mit Wissenschaftlern oder Zukunftsforschern gehabt?

– Informieren Sie sich aktiv über konkrete Visionen von Unternehmern, Künstlern und Designern?

– Wie würden Sie Fortschritt für sich persönlich definieren?

– Ist die Zukunft für Sie greifbar?

 

Zum Weiterlesen:

>> UnDesignUnit

>> Dorkenwald & Spitzer

>> Nomad Magazine

>> Die Neue Sammlung

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