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Stella Igl – Der Klostergarten als Zentrum der sozialen Gemeinschaft, ausgewogenen Ernährung und holistischen Heilung

Hallo Beuerberg! So begrüßt Stella Igl ihren Arbeitsplatz, wenn sie morgens durch das Gartentor kommt. Stella ist Wirtin der Klosterküche Beuerberg in Eurasburg, gelegen inmitten von paradiesischem Grün. Seit 2016 kocht und bezaubert sie zusammen mit ihrer Partnerin Maxie im ehemaligen Kloster der Salesianerinnen – mit viel Liebe und mit viel Erfolg.

Agnes:

Wie bist du dazu gekommen Wirtin in der Klosterküche Beuerberg zu sein?

Stella:

Dazu muss ich ausholen. Ich habe früher im Marketing gearbeitet, jedoch immer den Traum vom Kochen gehabt. Den habe ich dann auch wahr gemacht, mit Kochevents und Kochkursen, aber auch mit einer eigenen Dinner-Serie zusammen mit meiner Freundin Maxie. Für diese »Secret Dinner« haben wir uns besondere Orte gesucht, z.B. die Großmarkthalle München, ein Museum oder einen Kuhstall, um dann dort ein komplettes Konzept zu dem jeweiligen Setting zu erfinden – von Menükarten über Dekoration bis hin zu Entertainment und Story-Telling. Ein Gast hat dann damals den Kontakt zum Kloster geknüpft. Das Kloster stand leer, eine Ausstellung war geplant, aber man suchte auch jemanden, der die Gastronomie übernehmen könnte, die es davor jedoch nie gegeben hatte. Wir haben dann die alte Küche der Schwestern, ihren Speisesaal das Refektorium und die Nutzgärten wiederbelebt. Was wir davor spielerisch bei den Dinnern gemacht hatten, wurde jetzt zum ungleich größeren Projekt: Hier wartete eine ganz neue Welt. Unsere Aufgabe war es nun, gefühlvoll mit dem Ort, seiner Bedeutung und dem Hinterlassenen umzugehen. Ich denke, wir haben es gut geschafft, die Essenz des Ortes für unsere Gäste erlebbar zu machen und ein authentisches Gastronomie-Konzept umzusetzen.

"Es ist ein ganz besonderer Geist, den der Ort ausstrahlt."

Agnes:

Was begeistert dich daran, was ist dein Antrieb?

Stella:

Das Kloster ist für mich mittlerweile wie nach Hause zu kommen. Auch wenn es vor allem zurzeit viel Arbeit ist (ich will natürlich nicht meckern über den Andrang den wir gerade bekommen!). Auch das Team macht viel aus. Es ist wie Familie und auch viele Mitglieder unserer tatsächlichen Familien arbeiten mit uns: Eltern, Geschwister, deren Partner, sowie viele Freunde. Es ist ein ganz besonderer Geist, den der Ort ausstrahlt. Und auch die Menschen, die hier bei uns arbeiten sind ein ganz wichtiger Teil, der mir den Antrieb gibt! Außerdem ist es schön zu sehen, wie begeistert unsere Gäste das Konzept annehmen und die Ideen und Mühe schätzen. Was der Ort uns und dem Team gibt und das was davon an die Gäste weiter fließt, ist wie ein Kreislauf in sich.

Agnes:

Du bist eine wunderbare Köchin und kreierst aus eurem eigenen Klostergarten die Gerichte und ganze Menüfolgen. Gärtnerst du auch?

Stella:

Wir haben Gott sei Dank eine Gärtnerin, die Rosi mit ihrem Team. Unsere dankbare Aufgabe ist dann „nur“ das Ernten. So kommen aus den Nutzgärten, die auf dem Gelände verteilt sind Gemüse, Beeren, Äpfel und die vielen Kräuter auf unsere Speisekarte. Natürlich auch die Blumen, sie findet man bei uns auf allen Tischen und die Essbaren auf den Tellern. Der Garten bestimmt, was gekocht wird und auch wie die Gerichte durch die Monate und Jahreszeiten hindurch aufgrund des Angebotes immer wieder variieren. Oft ist das wie ein Diktat, da kann man sich nicht immer aussuchen, was man kochen will. Letztens waren Berge von Estragon gewachsen, bevor die zu schießen anfangen, also Blüten bekommen und bitter werden, mussten die raus. Also ist die Frage, entweder auf den Kompost oder Estragon kreativ an allen Stellen einsetzen: frisch, einlegen in Senf, Kräuterbutter oder Essigansätzen und so weiter. So kommt man aber auch immer wieder auf neue Gedanken und jeder hilft mit, denn Selbstgeerntetes sollte auch sorgfältig geputzt und verlesen werden. Da muss dann auch oft das ganze Team ran.

Hätte Stella handwerkliche Superkräfte würde sie eine selbstreinigende Küche bauen

Agnes:

Was ist dien Lieblingsort im Garten?

Stella:

Das ändert sich ganz nach Jahreszeit. Im April blüht je nach Wetter alles auf, das ist der erste Lichtblick im Jahr. Man setzt sich jedoch lieber geschützt an die Mauer, die noch wärmt. Besonders schön im April ist die Magnolie im Kreuzhof. Sie blüht so kurz und bisher immer nur vor Eröffnung des Klosters, quasi eigentlich nur für uns. Das ist magisch.

Im Mai gehe ich gerne den steilen Weg zur Loisach runter, dort riecht dann alles nach Bärlauch und bei der Kapelle wachsen Felder von Maiglöckchen. Dann startet auch der Holler aus dem wir (nur bei Sonnenschein!) Blüten ernten und zu Sirup oder Hollerkücherl verarbeiten.

Im Juni und Juli geht es richtig ab im Nutzgarten, da kommt das ganze Gemüse und hier verbringe ich viel Zeit. An den Rabatten biegen sich dann lange große Büsche von Pfingstrosen.

Im August und Hochsommer ist Tomatenzeit. Wir haben dafür eine extra Ecke, die geschützt, trocken und warm ist. Tatsächlich schnappe ich mir oft Kinder von Besuchern und leite sie an, Tomaten zu pflücken. Man glaubt gar nicht, wie interessiert Kinder an so etwas sind.

Im September und Oktober wird es schon früher dunkel und kühl, da gehen wir abends lieber in den Kreuzhof und sitzen in alte Decken (originalverpackte aus West Germany) gewickelt so lange es geht noch draußen. Bis dann die Saison mit der Apfelernte – dieses Jahr werden sie besonders gut! – endet. Das ist dann der letzte große Kraftakt in unserer Gastronomie Saison: Äpfel werden Kistenweise geschält, nach Wurmlöchern sortiert und dann zu Kompott oder Kuchen verarbeitet.

Das klingt alles ganz schön romantisch, aber tatsächlich sind das mein Sommer und meine Lieblingsorte in Beuerberg.

Das Kloster Beuerberg in Eurasburg

Agnes:

Mit welcher Pflanze würdest du deinen Charakter vergleichen?

Stella:

Lustigerweise habe ich dazu ein Quiz im Internet befragt. Das Ergebnis war: eine Nachtkerze….

Allerdings ist mein Spitzname in der Küche Rote Bete. Ich liebe die Knolle, sie hat für mich etwas sehr Geheimnisvolles, sie ist süßlich weiblich und männlich erdig, wie ein Zwitter. Außerdem hat sie die wundervollste Farbe und Struktur, die man sich wünschen kann. Könnte ich etwas wählen, ich wäre lieber eine Rote Beete.

Agnes:

Was kochst du denn daheim?

Stella:

Natürlich koche ich auch gerne privat, aber eher schnelle Pasta oder ähnliches. Ich koche momentan den ganzen Tag so um die 9 Stunden, da freue ich mich auch, wenn mein Freund mich zum Essen einlädt, das ich einfach entspannt genießen kann. Ehrlich gesagt muss auch mal der asiatische Lieferdienst ran, als Kontrastprogramm und zum Gammeln zu Hause. Ziemlich oft lade ich aber Freunde nach Hause oder auch noch abends zu uns ins Restaurant ein. Wenn schon geschlossen ist, genießen wir das Kloster dann auch mal in Ruhe beim Essen, Trinken und Reden. Der Ort ist so fabelhaft, es wäre schade, wir würden ausschließlich Schufterei damit verbinden. Wir versuchen so oft wie möglich auch mal die Ruhe dort zu genießen.

Agnes:

Was wünschst du dir, das deine Gäste von ihrem Besuch hier mitnehmen?

Stella:

Wir sind kein Massenbetrieb, der hauptsächlich viele Gäste durchschleusen möchte. Wir wollen die Liebe zu den Produkten der lokalen Lieferanten spürbar machen. Eier von glücklichen Demeter-Hühnern, Fleisch von kleinen Betrieben mit alten Rassen, keine Tetra Packs, keine Konserven und keine TK-Schnitzel. Wir selbst möchten bei der Zubereitung auch ein gutes Gewissen und Gefühl haben. Ich hoffe, die Gäste spüren, wieviel Liebe wir in das stecken, was wir anbieten!

Das Kloster hat eine lange Geschichte

Agnes:

Warum magst du es, Gäste zu haben?  

Stella:

Ich habe schon immer geglaubt, gutes Essen verbindet. Schafft man es, die Menschen bei tollem Essen und schöner Atmosphäre zusammen zu bringen, hat man eine gute Chance, dass dabei auch etwas Gutes heraus kommt. Der direkte Effekt ist viel befriedigender als in meinem früheren Arbeitsleben, als ich Marketingstrategie für ein internationales IT-Storage Unternehmen in der Agentur zusammengebaut habe, dessen Umsetzung ich nie wirklich gesehen habe.

Agnes:

Hättest du handwerkliche Superkräfte – was würdest du bauen?

Stella:

Eine selbstreinigende Küche!

Agnes:

Welcher Geruch erinnert dich an deine Kindheit?

Stella:

Der von Pferden.

Agnes:

Bei welcher berühmten Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne mal zum Dinner eingeladen werden und warum?

Stella:

Frida Kahlo. Ich finde diese Frau sehr inspirierend. Sie hat ihr Gefängnis (den Körper und das ans Haus gefesselt zu sein) in etwas sehr Interessantes und Schönes transferiert. Gerne würde ich mich mit ihr treffen und sie erzählen hören, bei einer Flasche Wein und einfachem mexikanischen Essen!

Agnes:

Wo siehst du dich im hohen Alter?

Stella:

In Beuerberg wäre schön! Wir hoffen, dass Beuerberg sich noch weiter entwickeln wird und wir Teil des Ganzen bleiben. Vielleicht gibt es eines Tages sogar noch Übernachtungsmöglichkeiten.

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