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Wohn(t)raum: Tiny House

Im Interview: Andreas Wagner
Text: Daniela Reisky, Julia Bogatzki
Bild: Michael Bögl

Der Traum vom Tiny House

Den Traum vom Eigenheim auch in die Tat umzusetzen, benötigt eine solide Kalkulation, Koordination und die nötige Motivation, ein solches Projekt langfristig zu verfolgen. Für Andreas (27) aus Dorfen soll dieser Traum nun nicht mehr ungelebt sein. Bei ihm werden sich allerdings die vier Wände nicht in einer Wohnung, einem Reihenhaus, einer Doppelhaushälfte oder gar einem Einfamilienhaus wiederfinden, sondern in einem eher unkonventionellen Objekt: Die Rede ist von einem Tiny House.

Der junge Geschäftsführer und Marketingleiter des Tonwerks Dorfen ist nicht nur ambitioniert in seinem Job, er liebt auch die Herausforderung im Privaten. So entschließt er sich einen alten Zirkuswagen in sein neues Zuhause zu verwandeln. Seine Motivation besteht darin, die Wurzeln in seiner Heimatstadt Dorfen aufrechtzuerhalten und dennoch Flexibilität in seinen Alltag zu integrieren. Ein mobiles Eigenheim ist für ihn persönlich die perfekte Lösung.

Wie alles anfing, welche Herausforderungen ein solches Projekt mit sich bringt und wie Andreas Job, Baustelle, weitere Projekte und Ruhephasen unter ein Dach bekommt, erzählt er uns im Interview.

Andreas wird außerdem noch öfter auf unserem Blog zu finden sein.

WIE KAMST DU AUF DIE IDEE, DIR EIN TINY HOUSE ZU BAUEN? IST EINE KLEINE 2-ZIMMER-WOHNUNG KEINE OPTION FÜR DICH?

Es stellt sich immer die Frage: “Wo sehe ich mich in 15 Jahren?“ Diese Frage habe ich mir auch gestellt und mir ist klar geworden, dass ich derzeit noch gar nicht wissen will und kann, wo ich mich in 15 oder 20 Jahren sehe. Noch dazu die Option zu haben, mit wenig Aufwand und Kosten die Umgebung und den Standort verändern zu können und dabei meine vier Wände einfach mitzunehmen, finde ich einfach toll! Dazu kommt, dass ich ein alternatives und minimalistisches Leben spannend finde und der Meinung bin, dass ein kleines aber trotzdem schönes Eigenheim mindestens genauso glücklich macht, als ein „großes eigenes Haus“, von dem so viele überzeugt sind. Das finde ich aber gar nicht schlimm, jeder darf und soll seine eigenen Träume und Wünsche selbst bestimmen. Ich bin der Ansicht, nur, weil es typisch in Deutschland ist, muss es nicht für jeden etwas sein. Für mich ist es aktuell kein angestrebtes Ziel, ein herkömmliches Haus oder eine Wohnung zu besitzen.

WIE LANGE WIRST DU SCHÄTZUNGSWEISE AN DEINEM PROJEKT ARBEITEN?

Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich dieses Projekt ohne großen Zeitdruck und Deadlines angehen will. Natürlich muss ich am Ball bleiben und das Projekt vorantreiben, damit nichts einschläft. Es gibt keinen Zeitplan, aber schätzungsweise im Frühjahr 2022 sollte das Haus fertig sein.

WIE ORGANISIERST DU DICH IM ALLTAG, UM DAS PROJEKT VORANZUTREIBEN?

Ich versuche, so gut es geht, mich auf ein Projekt zu fokussieren. Das können ganze Tage sein oder auch nur Abschnitte von ein paar Stunden. Das ist je nach Status und beteiligten Personen einmal besser und auch einmal schlechter möglich. Oft merke ich auch, dass der Mensch keine Maschine ist und verkürze den ein oder anderen Tag, sodass es entspannter für mich wird. Beim Tiny-House-Projekt versuche ich immer an ganzen Tagen (meistens am Wochenende) die handwerklichen Tätigkeiten voranzubringen und unter der Woche an Abend-Sessions die Planungen weiter auszuarbeiten.

WELCHES BUDGET HAST DU DIR GESETZT UND WELCHE VERSTECKTEN KOSTEN KÖNNEN AUF DICH WARTEN?

Natürlich macht man sich Gedanken über das Budget so eines Projekts. Es lässt sich viel kalkulieren oder recherchieren, aber da der Wagen schon älter und serienmäßig nirgendwo zu finden ist sowie im maroden Zustand gekauft wurde, ist das mit der Kalkulation der Kosten natürlich nicht so einfach. Dazu ändern sich viele Themen im Laufe der Planung, z.B. das Energiekonzept hängt mit so vielen anderen Themen zusammen, weshalb ich das Budget zu Beginn des Projekts nicht exakt einschätzen kann. Trotzdem will ich natürlich nicht nach dem Rohbau dastehen und keine finanziellen Ressourcen mehr für das Haus haben. Als groben Budgetrahmen habe ich mir 30 – 40 Tausend Euro gesetzt. Ich versuche im laufenden Prozess die Kosten im Blick zu haben und die Anschaffungen so zu lenken, damit das mit dem Budget am Ende auch einigermaßen passt.

WARUM HAST DU DICH FÜR DEN ALTEN ZIRKUSWAGEN ENTSCHIEDEN UND WIE BIST DU ZU DEM WAGEN GEKOMMEN?

Ich habe immer wieder eBay Kleinanzeigen durchgestöbert – nie wirklich mit viel Ernsthaftigkeit dahinter. Auf einmal war da dieser alte Zirkuswagen, der eigentlich schon verkauft war. Irgendwie sah er interessant aus, da er sich mit seinen 10m Länge recht gut für einen Umbau zum Tiny House eignen würde. Als der ursprüngliche Käufer abgesprungen war und der Wagen eigentlich gar keinen Stellplatz mehr hatte, war es auf einmal kein Spaß mehr – ich folgte meinem Bauchgefühl und kaufte den Zirkuswagen. Nach einer wilden Abhol-Aktion um 03:00 Uhr nachts war es dann auf einmal Realität. Groß zweimal überlegt hatte keiner und die meisten Freunde und Bekannten meinten nur mal wieder: “Das ist nicht dein Ernst, da drin kann man niemals wohnen…”. Herausforderung angenommen, ich werde ihnen das Gegenteil beweisen.

WELCHE ERSTEN HERAUSFORDERUNGEN MUSSTEST DU BISHER MEISTERN UND WARUM?

Da ich selbst echt wenig handwerkliche Erfahrung und so gut wie keinen Plan vom Hausbau habe, war die erste größere Herausforderung die Planung selbst. Für mich war dann recht schnell klar, dass ich erstmal tagelang selbst die einzelnen Themen recherchieren muss, um überhaupt einigermaßen mit den Handwerkern aus meinen Freundeskreisen auf Augenhöhe über die Themen sprechen zu können. Hier hat mir mein relativ großes Netzwerk an Kontakten auf jeden Fall vieles erleichtert. Die Planungen sind natürlich noch lange nicht abgeschlossen, aber ich habe bei den meisten Teilbereichen schon einen Status erarbeitet, mit dem ich ruhig schlafen kann und ein gutes Gefühl habe, dass alles funktionieren könnte, so wie ich es mir vorstelle. Aktuell stehe ich bei der Thematik der Statik des Chassis und der Verbindung zwischen Metall-Fahrgestell und Holzaufbau. Das ist die erste Situation, in der ich auch nach Recherchen im Netz und mit meinen zahlreichen Kontakten nicht ganz sicher bin, wie ich das Problem am besten lösen kann. Deswegen gehe ich zum ersten Mal den Weg über Onlineforen aus der Tiny House Community.

WELCHER GEDANKE BEZÜGLICH DES KÜNFTIGEN VERLAUFS DEINES PROJEKTS BEREITET DIR MAGENSCHMERZEN UND WARUM?

Da ich recht optimistisch durchs Leben gehe, gibt es so direkt keine Zweifel am Projekt. Natürlich habe ich ein mulmiges Gefühl, wenn mal wieder der ein oder andere negative Kommentar von Bekannten oder Fachleuten kommt. Aber umso schöner ist es auch, wenn meine Freunde sich mit auf meine Seite stellen und nach Lösungen suchen und positiv gestimmt sind, anstatt mir nur Probleme und Hürden aufzuzeigen. Ich nehme jedes Thema sehr ernst und will nichts unüberlegt angehen, sondern lieber doppelt und dreifach die Dinge überdenken. Die Vorgehensweise hilft mir dabei keine „Magenschmerzen“ zu bekommen und positiv weiter das Projekt voranzutreiben. Das Einzige was mich öfter stresst ist, dass ich selbst manchmal nicht die Zeit aufbringen kann und ich das Gefühl habe, dass das Projekt deswegen an Fahrt verlieren könnte..

WIRST DU ALLEINE IM TINY HOUSE WOHNEN?

Ich denke mein treuer haariger Begleiter „Lucy“ wird sich auf jeden Fall ihren Platz auf dem Sofa sichern. In einer Beziehung bin ich zurzeit nicht, aber auf 25qm könnte man sicher ohne Probleme auch zu zweit unterkommen. Ich habe auch erstmal nicht vor groß wegzuziehen mit dem fertigen Tiny House, weil ich zurzeit nicht auf meine Heimat und die langjährigen Freundschaften in meiner Umgebung verzichten möchte und könnte.

Hinweis: Bebauungsrecht und Grundstücke

Doch die Idylle vom eigenen Tiny House ist beispielsweise in Deutschland an weitere Bedingungen geknüpft. Da ein Tiny House als Gebäude eingestuft wird, ist eine Baugenehmigung für das dauerhafte Abstellen unumgänglich. Das Grundstück muss für dauerhaftes Wohnen zugelassen sein. Oftmals fallen Tiny Houses aus dem Raster vorgesehener Bebauungspläne und Satzungen zur Ortsgestaltung. Zu Beginn eines solchen Projekts sollten im Vorfeld die Bedingungen bedacht und erfüllt werden.

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