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Thema Anders Wohnen Wohnen als Dauercamper: #vanlife begann als Trend in den USA und ist inzwischen zu einer Bewegung angewachsen.

Text von Lukas Kubina,
Bild von Tobias Tullius

Wohnen als Dauercamper

#vanlife begann als Trend in den USA und ist inzwischen zu einer Bewegung angewachsen, so groß, dass ihnen das US Magazin The New Yorker einen Artikel widmete. Fahrtwind im Gesicht. Bleiben, wenn es einem gefällt, weiterfahren, wenn nicht. Die große Freiheit. Im unberührten Wald, vor dem Skilift oder direkt am Strand übernachten. Social Media befeuert diesen Traum vom unabhängigen Leben. Als digitaler Bohemien im Van die Welt bereisen klingt fantastisch, oder? Aber ist #vanlife wirklich so traumhaft, wie es auf Instagram und Youtube vorgelebt wird?

Der Influencer

Jennelle Eliana ist jemand, der dieses Hashtag-Leben führt. In einem 1995 GMC Vandura Explorer ist sie mit ihrer Lieblingsschlange Alfredo unterwegs und zeigt uns, behutsam kuratiert, dass auch beim Wohnen der Weg das Ziel sein kann. Sie fährt und postet und postet und fährt. Immer weiter. Als einflussreiche Dauercamperin verdient sie dabei auch noch gutes Geld. Früher galt beim Reisejournalismus eine möglichst wahrheitsgetreue Darstellung als Maß der Dinge und Glaubwürdigkeit war die Quelle des Vertrauens. Dass der Tourismus den neuen Medien und seinen Influencern folgt ist selbstverständlich. Da den inszenierten Welten jedoch häufig der Bezug zur Wirklichkeit verloren geht, ist es Zeit mit einigen Mythen aufzuräumen.

Die Realität

Arbeit, Haushalt, Hygiene – wie bekommt man das mobil hin? Wer nicht als Influencer unterwegs ist oder schnell seinen Rechner rausholen und einen Job erledigen kann, als Grafikdesigner, Webdesigner, Schreiber, muss auf Erspartes zurückgreifen oder einen Kredit nehmen. Auch die Versorgungslage sieht ohne Filter und Pose, nun ja, asketisch aus. Die Kochmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Normalerweise reicht es zum einfachen Gasherd, ein Ofen ist Luxus. Zuletzt entwickelt die Hygiene einen neuen Standard, gerade wenn man einsame Orte ansteuert und keine Anschlüsse oder die Einrichtungen eines Campingplatzes vorfindet. Am Meer gewöhnt man sich gerne an die salzige Haut und mit der Zahnbürste vor der Brandung zu stehen ist ein guter Kompromiss. Anders verhält es sich auf einem Supermarktparkplatz im Stadtgebiet. Bei der Privatsphäre muss man ohnehin Abstriche machen, spätestens wenn man in einer unmöglichen Situation sehr dringend auf Toilette muss. Natürlich gibt es top ausgestatte Supercamper. Den muss man sich einerseits erstmal leisten können. Andererseits, und das ist das Paradoxe, ist Vintage Ästhetik in der Bilderwelt von #vanlife bare Münze ist. Auf den Fotos kann man nur erahnen, welch Improvisation oft nötig ist, um sich zumindest um die Katzenwäsche kümmern zu können.

Spinnen und Sonnenaufgänge

Moritz und Xaver waren Monate in einem alten VW Bulli in Australien unterwegs. „Klar gibt es die Stellplätze am einsamen Strand. Aber um dahin zu kommen sind wir auch mal im Schlamm stecken geblieben und ein Traktor musste uns mit etlichem Hohn aus der Grube ziehen. Man sieht zwar viele Sonnenaufgänge, auch weil man von ihnen, egal wie kurz die Nacht war, aufgeweckt wird. Die Moskitos, die einen verfolgen, bleiben aber unsichtbar. Andere Dinge will man erst gar nicht sehen. Zum Beispiel die Rotrückenspinne, die eines Nachmittags hinter unserer Innenverschalung im Bus herauskrabbelte. Man liest von den tödlichen Tieren und merkt plötzlich, dass man mit ihnen campt. Wenn man aber an einem seltenen Regentag im Van mit einer Israelin Chanukka feiert oder in Sydney unter der Harbour Bridge gegenüber von der Oper campiert, wird man für einiges entschädigt“ resümiert Xaver.

Wer seinen Wohnort auf die Straße verlagern will, sollte sich dessen bewusst sein. Vor- und Nachteile gibt es auch im #vanlife: Arbeit und Vergnügen, Kompromiss und Freiheit. Aber auch in der Wohnung können die Nachbarn nerven. Wer einen Rohrbruch erleben musste, weiß, wie gerne man dann den Zündschlüssel umdrehen, wegfahren und alles hinter sich lassen würde.

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