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Wie können Sie Ihr Arbeitsumfeld gesünder gestalten?

von Sonja Steppan, Bild von Tran Mau Tri Tam

Ergonomie im Büro

Der deutsche Komiker Hape Kerkeling traf mit seinem neurotischen Alter Ego Horst Schlemmer einen sprichwörtlichen Nerv, als er den Spruch salonfähig machte, „Ich habe Rücken!“

Damit ist er nicht allein, sondern gehört zu drei von vier Menschen, die regelmäßig unter Rückenbeschwerden leiden. Nach Schnupfen und Grippe sind sie der häufigste Grund für Krankmeldungen. Wenn auch Sie manchmal mit Verspannungen aus dem Büro kommen und sich in Ihrer Haltung öfters verkrampft fühlen, gehören Sie zu den 75% aller Deutschen, die laut der DAK über Rückenprobleme klagen.

In einem Interview mit dem MDR führt der Krankenkassen-Chef Andreas Storm die erschreckend hohen Zahlen der Notfälle auf, die auf Rückenprobleme zurückzuführen sind, und ist sich sicher, dass wir „veränderte Angebote brauchen, zum Beispiel medizinische Versorgungszentren, um eine ganzheitliche Therapie für Rückenschmerz-Patienten anbieten zu können“. Tatsächlich finden die meisten Fälle ihren Ursprung in der Muskulatur: Sie ist oft zu verkrampft, zu schwach oder schlichtweg überfordert.

Doch wie lassen Sie es gar nicht soweit kommen und beugen einem dauerhaften Schmerzzustand vor?

Eine ungesunde Haltung beansprucht langfristig die Gesundheit

Unter Ergonomie versteht man die Wissenschaft über die menschliche Arbeit und die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen – nicht umgekehrt. Wer stundenlang auf seinen Monitor starrt, lange sitzt und die Körperhaltung nicht ändert, sondern womöglich verkrampft, beansprucht damit langfristig die Gesundheit. Das betrifft im Folgenden nicht nur Ihren Rücken, sondern auch Ihre Augen und Ihr gesamtes Immunsystem. Mit ein paar einfachen Faustregeln schreiben Sie die Ergonomie im Büro groß und tun Ihrem Körper etwas Gutes.

Aktiv gegen Beschwerden vorgehen:

Bildschirm

Es fördert nachweislich die Augengesundheit und Körperhaltung, an einem Computerbildschirm mit hoher Auflösung zu arbeiten, der frei von Flimmern und Verzerrung ist. Sogar die Arbeitsstättenverordnung legt fest, dass „die auf dem Bildschirm dargestellten Zeichen scharf, deutlich und ausreichend groß sein müssen“, außerdem sollten sie einen angemessenen Zeichen- und Zeilenabstand haben. Faustregel ist hier, dass der Sehabstand bei 19″ Bildschirmen etwa 80 cm betragen sollte. Die Bildschirmhelligkeit sollte sich an Ihrer Umgebung orientieren – die Anzeigenleuchtdichte sollte jedoch mindestens 100 cd/m² betragen. Am besten stellen Sie Ihren ergonomischen Bildschirm parallel zu einer Fensterfront, so dass Tages- und künstliches Licht nur seitlich auf Ihren Platz fallen. So verhindern Sie, dass Sie von Reflexion, Blendung und Schattenbildung gestört werden.

  • Schreibtisch

Ihr Schreibtisch sollte ebenso standsicher wie biegefest sein und Schwingungen dämpfen. Sie sollten aufrecht sitzen können und über genügend Bewegungsfreiheit verfügen. In der Haltung sollten Ihre Ober- und Unterarme in etwa einen rechten Winkel bilden. Für die relevante Dynamik sorgt ein Schreibtisch, der sich manuell oder automatisch in der Höhe verstellen lässt und im besten Fall eine Stromversorgung beinhaltet: Vertikale und horizontale Installationskanäle für Ihre Kabel verhindern ein Stolpern.

Stehen & Sitzen

Übrigens: Eine populäre Arbeitsregel läutet 60-30-10 und hält dazu an, die Arbeitszeit zu 60% im Sitzen, zu 30% im Stehen und zu 10% im Gehen zu verbringen. Am Stuhl sollten Sie demnach nicht sparen – rückenfreundlich gestaltete Bürostühle gibt es mittlerweile sogar bei IKEA. Hersteller stützen sich mittlerweile oft auf 3D-Technologie, die maximale Beweglichkeit durch maßgeschneiderte Rundumflexibilität möglich macht. Übrigens: Haben Sie ein ärztliches Attest, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung einen Kostenzuschuss für Ihr orthopädisches Sitzmöbel beantragen.

Bei akuten Rückenschmerzen hilft ein kurzer Spaziergang und Wärme in Form einer Decke oder Wärmflasche. Versuchen Sie nach Möglichkeit auf Ibuprofen & Co. zu verzichten und auf natürliche Hilfsmittel zurückzugreifen. Gönnen Sie sich lieber eine wohltuende Massage!

Faszien

Faszinierende Faszien: Die Komponenten des Bindegewebe, die in der Diskussion derzeit Hochkonjunktur haben, sind laut vieler Experten häufig mit verantwortlich für Beschwerden. Im Sportfachhandel oder einem orthopädisch-medizinischen Online-Shop finden sie Faszienrollen aus Hartschaum, deren Benutzung Ihnen vielerlei Hilfe bieten kann. Kleine Rollen massieren gezielt Muskelpartien, die Sie sonst schwer erreichen, beispielsweise Ihren Nacken oder Ihre Fußsohlen. Wenn Sie große Muskelpartien wie Ihren Rücken behandelt möchten, sind auch lange Faszienrollen erhältlich – mit strukturierter Oberfläche ahmen sie sogar eine Massage durch die menschliche Hand nach.

Lichtverhältnisse

Schlechte Lichtverhältnisse und der fehlende Blick nach draußen sorgen rasch für Unwohlsein. Der Raum sollte einwandfrei beleuchtet sein, so dass Sie vor Ihrem Bildschirm nicht die Augen zusammenkneifen oder die Schultern verkrampfen müssen. Die richtige und ergonomische Beleuchtung am Arbeitsplatz ist ein Mix aus direkter und indirekter Beleuchtung sowie einer gut eingestellten Arbeitsplatzleuchte. Außerdem spielt natürliches Tageslicht eine essentielle Rolle für Ihren Körper, weil es die einzige Möglichkeit ist, Vitamin D zu produzieren. Vor allem merken Sie das vermutlich im Winter – und es ist dann von besonders hoher Bedeutung, dass Sie ausreichend Tageslicht am Arbeitsplatz haben.

Raumklima

Zu guter Letzt spielt das richtige Raumklima chemisch wie psychologisch die eigentliche Hauptrolle. Stehen Sie regelmäßig auf, um zu lüften! Es mag banal klingen, doch eine kurze Unterbrechung und kontinuierliche Sauerstoffzufuhr ist das Beste, was Sie für Ihre Haltung und Konzentration tun können. Auch Grünpflanzen lassen Sie aufatmen: So erscheint das Büro frischer und freundlicher – und wenn das Verhältnis unter den Kollegen stimmt, steht einer allumfassenden Arbeitszufriedenheit kaum mehr etwas im Wege.

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