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Negativzinsen in der Baufinanzierung – Verdienen Banken noch Geld?

Text von Thomas Stanner

Die KfW denkt derzeit laut über negative Konditionen in der Baufinanzierung nach – wie verhält es sich mit der restlichen Bankenlandschaft?

Vor wenigen Wochen verkündeten verschiedene Förderbanken, darunter auch die KfW, dass Negativzinsen in der Immobilienfinanzierung denkbar sind. Bei der KfW verhindern derzeit die eigenen IT-Systeme eine Herausgabe von Minuszinsen an Endkunden. Das könnte sich im nächsten Jahr ändern.

Banken beschaffen sich das Kapital in der Immobilienfinanzierung über verschiedene Wege. Das typische Mittel zur Refinanzierung ist die Ausgabe von Pfandbriefen. Die Rendite der deutschen Pfandbriefe je nach Laufzeit bildet die Grundlage für die Berechnung der Kondition, die ein Endkunde erhält. Da sich die Baufinanzierungszinsen auf den Pfandbriefhandel beziehen, hat der Leitzins der EZB nur einen geringen Einfluss.

Die durchschnittliche Rendite der Pfandbriefe mit 5-7 jähriger Laufzeit befand sich im August und September 2019 im negativen Bereich. Wenn sich nun Banken zu diesen Konditionen refinanzieren, dann sind negative Zinsen in der Baufinanzierung kein Verlustgeschäft. Der Refinanzierungssatz ist hier einfach noch stärker unter der Nulllinie als die angebotenen Kundenkonditionen.

 

Keine Lockvogelangebote

Negativzinsen in der Baufinanzierung sind also keine Lockangebote, wie sie im Ratenkreditbereich in der Vergangenheit vorgekommen sind, sondern eine realistische Vorstellung in der Zukunft. Es hängt alles davon ab, ob die Banken sich weiterhin so günstig refinanzieren können.

 

Banken wehren sich

Förderbanken sind staatlich gesichert und haben daher in der Regel gegenüber anderen Banken Vorteile in der Refinanzierung. Sie können sich Geld günstiger besorgen. Die Überlegungen der KfW üben allerdings Druck auf die Bankenlandschaft aus. Das Handelsblatt zitierte einen deutschen Spitzenbanker: „Wenn wir nicht aufpassen, dann frisst sich das Thema Minuszinsen tief in der Bankenwelt fest, mit ernsten Folgen für das Finanzsystem.“ Und die Banken haben sich im August und September auch erfolgreich gegen negative Zinsen zur Wehr gesetzt.

Der Newsletter Anbieter „Finanz-Szene.de“  hat Ende Oktober in einem Beitrag dargestellt, wie sich die Margen der Finanzinstitute in der Zeit zwischen August und September entwickelt haben. Der Artikel zeigt auf, dass die Banken es geschafft haben die negativen Zinsen trotz des immensen Wettbewerbs im Baufinanzierungsbereich gekonnt zu vermeiden. Daniel Franke von Franke-Media spricht sogar von einem 16-Jahres-Hoch.

 

Bekommen wir jetzt negative Zinsen?

Im Oktober und November haben sich die Renditen von deutschen Pfandbriefen wieder etwas über die Nulllinie bewegt, sodass in diesem Jahr von keinen negativen Zinsen mehr auszugehen sein sollte. Auch die KfW sieht das Thema als mögliche Option für das nächste Jahr und hat zum 19.11.2019 im Programm 124 die Konditionen bereits wieder erhöht. Der Markt bleibt auf alle Fälle spannend.

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