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NEWS Balkonnutzung
Rechte & Pflichten

Text: Daniela Reisky & Julia Bogatzki
Bild: Jahz Gonzalez, Peter Kraayvanger

Der Ratgeber zur Balkonnutzung

 

 

Welche Rechte und Pflichten ergeben sich für Mieter und Eigentümer?

Der Sommer naht: Sämtliche Gärten und Balkone werden für die sonnigen Tage nach und nach in Freizeitoasen verwandelt. Viele Mieter und Eigentümer freuen sich auf Grillfeiern mit der Familie und Freunden, die anderen fiebern einer Abkühlung durch einen Pool entgegen.

Insbesondere in Großstädten kommen nur wenige Bewohner in den Genuss eines eigenen Gartens. Hier findet sich die Vielzahl an Außenbereichen als Balkon wieder. Doch welche Rechte und Pflichten haben Mieter und Eigentümer hinsichtlich der Balkonnutzung? In diesem Artikel werden die wesentlichen Eckpunkte behandelt.

Basics für Balkonien

Auch, wenn der Balkon als Teil der Wohnung betrachtet wird, ist der Umfang der Nutzungsbefugnis durch den Mieter beziehungsweise Eigentümer limitiert. Diese Begrenzung richtet sich grundsätzlich danach, ob die Rechte weiterer Bewohner oder Nachbarn unzumutbar gestört werden. Dabei bedingt jedoch nicht jede Störung in sich ein grundlegendendes Verbot. Fakt ist, dass ein Ausgleich zwischen den Parteien geschaffen werden muss und die Privatsphäre aller Beteiligten gewährt wird.

Grundsätzlich gelten folgende Regelungen:

  • Teppiche und Balkonmöbel sind gestattet, sofern das Gebäude in sich nicht erheblich beeinträchtigt wird.
  • Das Lagern von Hausmüll oder Sperrmüll auf dem Balkon ist verboten.
  • Das Rauchen auf dem Balkon kann dann eingeschränkt werden, wenn andere Mieter nachweislich ihre gesundheitliche Beeinträchtigung belegen können.
  • Anders als allgemein angenommen, ist das Grillen auf dem Balkon grundsätzlich erlaubt, solange die Belästigung durch eine Geruchsentwicklung deutlich reduziert ist. An diese Regelung gilt es sich zu halten, da andernfalls Bußgelder drohen können.
  • Bei der Anbringung eines Sichtschutzes ist der Vermieter zu informieren.
  • Balkonbegrünungen, wie Töpfe und Blumenkästen, müssen so befestigt sein, dass Unwetter und Stürme keine Instabilität bedingen.

WIE DARF DER BALKON DEKORIERT WERDEN?

Der Balkon ist für viele Mieter und Eigentümer ein zusätzliches “Outdoor-Zimmer”, welches sie durch die Frischluft einen kühlen Kopf bewahren lässt. Ausgestattet mit bequemen Möbeln ist der Balkon auch für lange Aufenthalte ausgelegt. Da der Balkon Teil eines öffentlichen Raumes ist, haben Vermieter und Nachbarn ein Mitspracherecht bei der Gestaltung. Die Möbel und insbesondere weitere Dekorationen, wie Girlanden, klingende Windspiele, Fahnen oder Plakate, sind so zu wählen, dass sie das Erscheinungsbild des Hauses und die Nachbarschaft nicht stören. Zudem sollte eine Sicherung für flexible Gegenstände gegeben sein. Für bauliche Veränderungen zur Befestigung bestimmter Dekorationen, wie eine permanente Verankerung in der Wand, ist die Einwilligung des Vermieters beziehungsweise Eigentümers einzuholen.

WIE DARF DER BALKON BEPFLANZT WERDEN?

Die Verwandlung von Balkonen in kleine grüne Oasen ist längst kein reiner Nischentrend mehr. Immer mehr Stadtbewohner holen sich das ersehnte Grün nach Hause und auf den Balkon. Prinzipiell können sämtliche Pflanzen und Gewächse auf dem Balkon abgestellt werden, solange sich keine umliegenden Nachbarn gestört fühlen, kein Gießwasser die Fassade entlang oder auf untenliegende Balkone gelangt und mögliche Hänge- oder Lagerkonstrukte bei Wind ausreichend befestigt sind. Ebenfalls gilt es zu beachten, dass Gewächse wie Efeu nicht die umliegende Fassade beschädigen. Der Anbau illegaler Substanzen ist selbstverständlich ebenso untersagt. Andernfalls kann es zu einer Abmahnung oder gar fristlosen Kündigung durch den Eigentümer kommen.

KANN EINE MARKISE AM BALKON ANGEBRACHT WERDEN?

Besonders an heißen und sonnenreichen Tagen sehen sich Bewohner nach einem schattigen Plätzchen – und das auch auf ihrem Balkon. Eine Abhilfe verschaffen Markisen. Da für die Anbringung einer Markise ebenfalls permanente Verschraubungen nötig sind, ist die Zustimmung durch den Vermieter beziehungsweise Eigentümer nötig. Grundsätzlich kann dieser eine solche Maßnahme nicht direkt ablehnen. Je nach Lage und Ausrichtung des Balkons können Mieter auch einen Anspruch auf eine Markise am Balkon erheben.

DARF DIE WÄSCHE AUF DEM BALKON HÄNGEN?

Wer kennt es nicht? Das Aufhängen der Wäsche im Waschkeller des Hauses ist nicht nur mit vielem Treppensteigen verbunden, die Kleidungsstücke brauchen auch ihre Zeit zum Trocknen. In den eigenen vier Wänden besteht wiederum die Gefahr einer Schimmelbildung durch die hohe Luftfeuchtigkeit. Einige Bewohner bedienen sich der Alternative, die Wäsche auf dem Balkon aufzuhängen. Oftmals kursiert jedoch die Annahme, dass dies durch den Vermieter untersagt werden kann. Doch weit gefehlt: Selbst, wenn dies aufgrund ästhetischer Gründe untersagt ist, dürfen Mieter ihre Wäsche auf dem Balkon trocknen. Hierzu darf allerdings der Wäscheständer nicht über die Balkonbrüstung herausragen.

WIE AUSGIEBIG DÜRFEN SONNENBÄDER AUF BALKONIEN SEIN?

Ein ebenfalls umstrittener Punkt ist der des Sonnenbadens auf dem Balkon. Auch, wenn das noch so schöne Sommerwetter zu einem Sonnenbad verleitet, können sich Nachbarn dadurch gestört fühlen. Aber auch diejenigen, die ihr Sonnenbad genießen, können sich durch die Blicke umliegender Bewohner beobachtet fühlen. Die Rechtsprechung ist dahingehend sehr unterschiedlich, wodurch sich nicht verallgemeinern lässt, wie freizügig die Sonnenbäder ausfallen dürfen. In der Praxis empfehlen wir den direkten Austausch und eine offene Kommunikation mit den Nachbarn, um mögliche Streitereien zu vermeiden.

DÜRFEN TIERE WIE VÖGEL VOM BALKON AUS GEFÜTTERT WERDEN?

Tierliebe Nachbarn erfreuen sich besonders am Besuch von Vögeln. Einige Bewohner füttern die possierlichen Besucher, wobei sich umliegende Nachbarn durch entstehende Verschmutzungen oftmals gestört fühlen. Doch ist das Füttern von Vögeln grundsätzlich untersagt? Die Rechtsprechung ist hier von Fall zu Fall sehr individuell. Bei einem vergangenen Streitfall kam das Landesgericht Berlin zu dem Entschluss, dass das Füttern von Vögeln sowie das Aufstellen von Wassertränken als sozialadäquat gilt und nicht die Grenzen des Gebrauchs eines Balkons überschreitet.

Jedoch ist der Umfang der Fütterung für solche Fälle entscheidend. Erfolgt eine Fütterung über mehrere Jahre mehrmals am Tag und führt die Beherbergung der Tiere zu erheblichen Verschmutzungen des Anwesens, Hofes oder umliegenden Balkonen und Terrassen, sodass eine nachweisliche Beeinträchtigung des Hausfriedens vorliegt, kann der Vermieter eine fristlose Kündigung in Anbetracht ziehen, wenn sich der Mieter gegen eine Abmahnung widersetzt.

Fazit

Wir empfehlen grundsätzlich den offenen Austausch mit umliegenden Nachbarn und – im Falle eines Mitverhältnisses – die Rückversicherung mit dem Vermieter, z. B. bei baulichen Veränderungen oder bei der anderweitigen Balkonnutzung.

Quellen: Webstark GmbH, anwalt.de Services AG

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