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NEWS Stromkosten so hoch wie nie: Wie lässt sich gegensteuern?

von Daniela Schmitz, Foto von Matthew Henry

Aktuell liegen die Stromkosten auf dem deutschen Rekordniveau. Und genau da liegt das Problem, denn wir alle können nicht einfach auf den Strom verzichten. In der Regel müssen wir die Kosten akzeptieren, da ohne ihn wortwörtlich die Lichter ausgehen. Aber stimmt das wirklich? Ist die reine Akzeptanz der einzige Weg oder gibt es nicht doch Möglichkeiten, um wenigstens etwas an der Preisschraube zu drehen? Dieser Artikel schaut sich das ganze Thema einmal an.

So viel müssen wir für Strom zahlen

Wer heute das Licht anschaltet, der sollte den Taschenrechner herausholen. Die Kilowattstunde kostete im April ganze 29,42 Cent, der absolute Rekordwert. Im April hieß es, dass der Strom sieben Monate in Folge angestiegen sei. Das führte zu etlichen Änderungen:

  • Preiserhöhungen – laut den Medien hatten zwei Drittel aller Stromanbieter in Folge des Anstiegs die Preise erhöht. Durchschnittlich betrug die Erhöhung für den Verbraucher fünf Prozent. Es wurden weitere Erhöhung der anderen Versorger angekündigt. Grund – der Anstieg kommt verzögert beim Verbraucher an. Die gestiegenen Beschaffungspreise sind die Ursache, diese werden jedoch nachträglich weitergegeben.
  • Endpreis – an und für sich ist der Beschaffungspreis für den Endpreis recht unerheblich. Er zählt nämlich nur zu 18 Prozent in das Preisgefüge mit hinein. Steuern, EEG-Umlagen und Netzentgelte sind wesentlich größere Preisfaktoren.

Das Problem von Verbrauchern ist, dass sie tatsächlich mehr oder weniger den Strompreisen ausgeliefert sind. Ohne Strom können und wollen wir heute nicht mehr leben, immerhin basiert unsere gesamte Tagesgestaltung größtenteils auf Strom. Bei wie vielen Menschen würde morgens nicht einmal ein Wecker klingeln, wenn kein Strom vorhanden wäre? Trotzdem gibt es Lösungen.

Anbieterwechsel als Allheilmittel?

Der Wechsel des Stromanbieters ist immer sinnvoll, kann aber auch nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Das bekommen gerade diejenigen zu spüren, die durchaus regelmäßig nach einem besseren Anbieter suchen. Denn die so häufig angepriesenen »Einsparungen bis zu 800 Euro jährlich« gelten eher für diejenigen, die bislang immer noch im simplen Grundtarif des Grundversorgers sind. Das ist der Tarif, über den jedes Haus, jede Wohnung automatisch an das Stromnetz angeschlossen wird. Viele Menschen kennen das, wenn sie eine Wohnung neu beziehen und direkt ohne weiteres Zutun Licht haben. Dieser Grundtarif ist teuer. Doch auch für alle anderen kann sich ein Wechsel lohnen:

  • Gesamtvergleich – der Vergleich der Stromanbieter gibt einen guten Überblick über die Preise. An den Steuern und Umlagen kann kein Anbieter sparen, doch offenbaren einige Anbieter eine sehr flache Kostenstruktur, die wiederum an den Kunden weitergegeben wird.
  • Stromart – ein reiner Ökostromanbieter bedingt natürlich nicht, dass aus der heimischen Steckdose grüner Strom fließt. Letztendlich geht es nur um die Herstellung. Wer allerdings ökologischer agieren möchte, der kann gezielt nach einem guten Ökostromanbieter schauen – sie liegen preislich oft auf demselben Niveau wie herkömmliche Anbieter.
  • Bonus – das ist die Option, um ein Jahr lang zu sparen. Wichtig ist, dass der Bonus auf jeden Fall ab dem ersten Abschlag angerechnet wird und nicht erst dann ausgezahlt wird, wenn sich der Vertrag verlängert. Einzig auf den Bonus darf aber auch nicht geschaut werden, denn passen die Kündigungsfristen nicht, haben Kunden keine zeitnahe Handhabe für einen erneuten Wechsel.

Wie lässt sich sonst noch gegensteuern?

Wer den Strom für sich nicht zu einhundert Prozent selbst herstellt, der ist immer vom allgemeinen Markt abhängig. Und das heißt, dass jeder, der sparen will, tatsächlich »vor der eigenen Haustür« kehren muss. Es gibt beinahe in allen Haushalten Einsparpotenzial. Wobei hier – auch aus umwelttechnischen Gründen – nicht sogleich vom Austausch aller Elektrogeräte die Rede sein sollte. Das ist zu teuer, zudem ist es aus ökologischer Sicht falsch, völlig funktionstüchtige Geräte zu entsorgen. Ein Überblick:

  • Neukauf Geräte – wenn Geräte ohnehin aufgrund eines Defekts oder ihres sehr hohen Alters ausgetauscht werden müssen, sollte direkt auf Energiesparmodelle geachtet werden. In Deutschland werden überwiegend sparsame Geräte verkauft. Je nach Gerät sollte aber nicht allein der Stromverbrauch beachtet werden. Es bringt beispielsweise recht wenig, eine stromsparende Waschmaschine anzuschaffen, die jedoch viel Wasser verbraucht. Zudem ist das sparsamste Geräte immer das, welches sich für diesen einen Haushalt eignet. Eine ständig halb voll laufende Waschmaschine verbraucht im Schnitt wieder mehr Energie als eine, die gut gefüllt angestellt wird.
  • Stromfresser – im Grunde genommen sind das alle Geräte, die dauerhaft im Stand-By-Modus verbleiben. Dieser Modus besagt, dass das Gerät einsatzbereit bleibt, also keine wirkliche Bereitstellungszeit besitzt. Für diesen Modus wird allerdings Strom verbraucht. TV-Geräte, Musikanlagen und Receiver sollten also einen Ausschalter besitzen oder an eine abschaltbare Steckdose gesteckt werden.
  • Verdeckte Stromfresser – manchmal ist es sinnvoll, im Haus nach verdeckten Stromfressern zu suchen. Gerade Eigenheimbesitzer können auf diese Weise auch fehlerhafte Leitungen ausfindig machen.
  • Beleuchtung – sie sollte, wann immer es möglich ist, auf LED umgestellt werden.

Zudem ist es notwendig, das eigene Verhalten zu überdenken. Jeder kennt es. Das Licht bleibt an, vielleicht bleibt auch der Kühlschrank praktischerweise beim Sortieren des Einkaufs direkt auf: Die Tür müsste ja ohnehin wieder geöffnet werden. Manchmal laufen Geräte schier ohne Grund. Ist es wirklich notwendig, dass das TV-Gerät läuft, wenn nebenan mit dem Nachbarn ein Kaffee getrunken wird?

Um den Kosten entgegenzuwirken, kann eigentlich nur am eigenen Stromverbrauch gespart werden. Hier ist bei vielen Menschen ganz ohne Einbußen vieles möglich. Und wer in einer Mietwohnung lebt und einen veralteten Durchlauferhitzer bezahlen muss, der sollte mit seinem Vermieter reden oder den Austausch selbst in die Hand nehmen.

Fazit – wechseln und sparen

Der Anbieterwechsel ist beim Stromsparen immer der erste Punkt. Viele Anbieter legen wesentlich weniger Betriebskosten auf den Verbraucher um als andere. Trotzdem bleibt jeder Einzelne natürlich dem Anbieter unterlegen, denn Strom benötigt jeder und irgendwie müssen die Preise akzeptiert werden. Um die tatsächlichen Kosten zu reduzieren, bleibt nur das Überdenken des eigenen Verhaltens. Alte Geräte sollten nach und nach getauscht werden, bei allen anderen Geräten muss überlegt werden, ob das Gerät wirklich immer am Strom hängen muss.

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