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Ein Gespräch über einen Beruf, der eigentlich immer gebraucht wird

von Joachim Leuther

Dirk Walther: “Ich habe Glück mit den Menschen.”

Sein Laden „Barnet Concept“ liegt direkt am Englischen Garten und seit dieser Woche werden dort wieder Haare geschnitten. In normalen Zeiten reist Dirk auch regelmäßig durch die Welt – dann ist er verantwortlicher Hairstylist bei Modeshootings. Ein Gespräch über einen Beruf, der eigentlich immer gebraucht wird.

 

Joachim: Wie ist das, nach sieben Wochen wieder arbeiten zu können?

Dirk: Es fühlt sich gut an. In meinem ganzen Leben hatte ich nie länger als zwei Wochen keine Schere in der Hand. Corona hat sie mir aus der Hand genommen (lacht).

Joachim: Der Lockdown betrifft auch Deine Frau, die mit Dir arbeitet, und die Angestellten. Wie seid ihr über die Zeit gekommen?

Dirk: Von einem Tag auf den anderen keine Einkünfte zu haben ist natürlich hart. Gerade wenn beide Einkommen wegfallen. Allerdings haben wir die letzten Jahre solide gewirtschaftet und können eine Durststrecke verkraften. Trotzdem war und ist das für uns und unsere Mitarbeiter eine schwierige Zeit.

Joachim: Was habt ihr in der Zeit gemacht?

Dirk: Wenn so etwas passiert musst Du ja etwas tun. Man muss sich bewegen, nach neuen Wegen suchen. Wir haben viel Feedback von Kunden bekommen, die uns helfen wollten. Unsere Vermieter beispielsweise haben von sich aus auf Miete verzichtet, worüber ich ihnen sehr dankbar bin. Der Einfluss eines guten Haarschnitts auf das Wohlgefühl der Menschen ist nicht zu unterschätzen – und nun sahen unsere Kunden einer in jeder Hinsicht unsicheren Zeit entgegen. Daher kam uns die Idee mit den Mützen „Cool Haircut After Corona“, damit wir zumindest „in style“ durch die Phase kommen (lacht).

Joachim: Lustige Idee. Hat sie gezündet?

Dirk: Und wie. Wir haben Mützen in neun Länder verschickt und viele haben Fotos von sich geschickt. Die Einnahmen haben uns geholfen und es bleibt sogar noch etwas übrig um zu spenden.

Dirks Mütze "Cool Cut After Corona"

Joachim: Neben dem Laden in München hast Du auch noch eine Base in London. Außerdem bist Du sehr engagiert mit Modeshootings. Was läuft da jetzt?

Dirk: Das ist komplett weggebrochen. Das Interesse an Mode ist zwar weiterhin da, jedoch herrscht eine gewisse Kaufzurückhaltung. Was wiederum auf Magazine, Modehäuser etc. zurückschlägt. Die großen Fashion Shows in Paris, Mailand oder London wurden abgesagt oder verschoben. Wir stellen fest, dass mehr regionaler organisiert wird. Also beispielsweise ein Modelabel aus München Aufträge an Kreative aus Münchens Umgebung vergibt. Diese Regionalität könnte ein Trend werden, wenn das Modegeschäft jetzt wieder anzieht.

Auch wird sich die Weiterbildung in unserem Beruf verändern. Wir bilden regelmäßig angehende Friseure bei uns im Laden aus und haben während des Lockdowns darüber nachgedacht, wie wir das besser machen können. Deshalb bringen wir 2021 die „Barnet University“ an den Start, die überwiegend digital-interaktiv und per Video stattfinden wird.

Dirk surft und fliegt einmal jährlich zu einem Spot in ein Dorf in Sri Lanka. Dort ist die Lage schwierig. Deshalb hat er für einen Monat Schulgeld gespendet damit die Kinder zur Schule gehen können.

Joachim: Aber jetzt habt ihr wieder offen und ich bin gerade froh Dich im Spiegel an mir arbeiten zu sehen (lacht). Du hast mir vor langer Zeit mal gesagt, dass der Unterschied zwischen einem Haarschnitt und einem guten Haarschnitt die Zeit ist, die er hält. In ein paar geschäftlichen Videokonferenzen habe ich rasierte Köpfe gesehen und fand das auch recht pfiffig. Wie geht es denn jetzt weiter?

Dirk: Wir freuen uns alle darüber wieder arbeiten zu können. Da unsere Stammkunden, wie Du, mit ihren Frisuren gut durch die Zeit gekommen sind, haben wir jetzt auch einige Neue hinzugewonnen. Die Umstände haben sich schon verändert durch die neuen Vorschriften. Wir brauchen mehr Zeit für Hygiene und durch die höhere Co2-Aufnahme aufgrund der Masken brauchen wir pro Kunde immer ein paar Minuten Erholung. Die maximale Kundenanzahl im Laden ist auf sechs begrenzt. Wir können also nicht mehr parallel an mehreren Frisuren arbeiten. Das bedeutet letztlich einen Umsatzrückgang.

Joachim: Andere Friseure haben deshalb die Preise erhöht. Wie sieht das bei Euch aus?

Dirk: Ach nein, das machen wir nicht. Wir haben eine Spendenbox oder die „Cool Cut Beanies“ wenn uns jemand unterstützen mag. Insgesamt betrachtet habe ich echt Glück mit den Menschen. Wir bekommen aktuell viel Unterstützung. Besonders muss ich da die staatlichen Stellen nennen, die nicht nur hilfsbereit und freundlich sind, sondern die Sachen auch auf den Weg bringen. Es gibt immer Grund für Optimismus und Menschen die optimistisch sind. Daran halten wir uns.

 

Vielen Dank für das Interview!

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