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Beet vs. Beton

Längst hat die Idee vom Anpflanzen eigener Gemüse- und Blumenbeete das verkappte, verstaubte Image eines spießigen Schrebergartens abgelöst. Nicht nur steigert es nachweislich das Wohlempfinden und die Wertschätzung für einzelne Lebensmittel oder Zierpflanzen; das Hobbygärtnern möchte zudem sprichwörtlich die Fragen kultivieren, ob wir unser Essen in Zukunft eigenhändig anbauen können und wie wir als urban orientierte Gesellschaft den verfügbaren Raum einer Stadt sinnvoll nutzen können?

So divers wie die gesamte Flora und Fauna sind auch die Ideen rund um’s nachhaltige Gärtnern: Da gibt es die populär gewordenen, kollektiv betriebenen Gemeinschaftsgärten von Nachbarschaften, Kirchen, Schulen oder politischen Gruppen, die meist temporäres Brachland innerhalb der Stadt zum sprießen bringen und mitunter sogar mobil errichtet werden. Der Berliner Inselgarten beispielsweise wurde von einem Biolebensmittelgeschäft, der Technischen Universität und einer gemeinnützigen Kochgruppe initiiert und fördert zusätzlich Nistkästen, Bienenstöcke und diverse Lehrveranstaltungen im architektonischen und landwirtschaftlichen Bereich.

Das Hannoveranische „Pagalino und kügäli“ wurde komplett aus Paletten entworfen und bespielte zunächst einen leerstehenden Firmenparkplatz, bevor das transportable Konstrukt in ein anderes Viertel umzog, um sich dem experimentellen Modell- und Forschungsvorhaben „Platzprojekt“ anzuschließen. Wer vom DIY-Zusammenbau diverser Europaletten absehen und sich lieber mit technischer Expertise dem Thema des Gärtnerns zu widmen gedenkt, dem sei das Projekt „Farmshelf“ empfohlen: Die Idee des US-Amerikaners Andrew Shearer war es, eine Hydrokultur auf kleinstem Raum zu züchten, die das Feld ins eigene Wohnzimmerregal bringt. Auf dem Hintergrund mangelnden Platzes in eng bewohnten Großstädten schafft er mit ausgeklügelter Logistik und einem speziellen LED-Beleuchtungssystem Abhilfe, und möchte auch dazu anregen, Lebensmittel nicht tausende von Kilometern einfliegen zu lassen. Indoor Farming ist also nicht nur die Schönheit der Chance, Salatköpfen in den eigenen vier Wänden beim Wachsen zusehen zu können, sondern auch eine ausgeklügelte Lösung für Effizienz und das persönliche Engagement des Endverbrauchers. Seine Heimatstadt New York hat das Konzept bereits an einigen Orten zugänglich realisiert: In Schulen und Krankenhäusern bis hin zum Restaurant der Grand Central Station kann das futuristisch angehauchte Regalkonstrukt bewundert werden.

Weitaus großflächiger geht es in den Permakulturen rund um den Globus zu: „Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren“, erläutert Bill Mollison, der australische Vater der Permakulturen, der sein Leben der Forschung von nachhaltigen Zyklen gewidmet hat.

Eine eher politische Agenda haben die Guerilla Gardening Akteure, die Pflanzen als subtile Form des Protests ansehen und in ihrem minimalen, zivilen Ungehorsam die Tristesse vieler zubetonierter Großstädte eliminieren möchten. Und das tun sie in höchst kreativer Manier: von „Samenbomben“, die die Guerilleros heimlich beim Spazierengehen verteilen, von Dächern werfen oder vom Fahrrad aus auf Verkehrsinseln platzieren, bis hin zu Gemischen aus Buttermilch und Moos, die angestrichen werden und rasch graue Betonpfeiler mühelos begrünen.

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