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“Meine Ideen sollen die Stadt mitgestalten”- Rosa Kammermeier

Zu Besuch bei Rosa Kammermeier. Im Bücherregal steht neben Huxleys “Pforten der Wahrnehmung” das GRID Fachmagazin, und eine Sonic Youth-Biographie reiht sich an die transatlantische Hipster-Diskussion von Mark Greif. Da befindet sich eine Ukulele, das Tabellenbuch Elektrotechnik, ein Reiseführer durch den Orient und viel wortgewaltige Prosa. Ganz schön abwechslungsreich, also.

 

Im Bücherregal steht neben Huxleys “Pforten der Wahrnehmung” das GRID Fachmagazin, und eine Sonic Youth-Biographie reiht sich an die transatlantische Hipster-Diskussion von Mark Greif. Da befindet sich eine Ukulele, das Tabellenbuch Elektrotechnik, ein Reiseführer durch den Orient und viel wortgewaltige Prosa. Ganz schön abwechslungsreich, also. Die mannigfaltig talentierte Grafikerin Rosa Kammermeier hat sich in ihrem ohnehin breit gefächerten Beruf auf Typografie und insbesondere Handlettering spezialisiert. Dass auch die jüngst bezogene Altbauwohnung ihre besondere, vielfältige Handschrift trägt, ist sofort erkennbar: bodenständig, intelligent und ein bisschen keck. “Wäre ich ein Einrichtungsgegenstand, dann vermutlich ein Stuhl. Ich mag es, anderen Stabilität und Unterstützung zu bieten.” Wir sitzen in der charmanten Küche, leise untermalt vom Haidhausener Verkehr und vis-à-vis einer Buchstabentafel, die David Lynch zitiert: “The whole world is wild at heart and weird on top.”

Sonja: Rosa, ich besuche dich gerade kurz nach deinem Umzug in eine neue Wohnung. Habt ihr euch schon eingelebt?

Rosa: Tatsächlich fühle ich mich erst seit ein paar Tagen hier wirklich zuhause. Wir haben die Zimmer jetzt schon weitgehend eingerichtet und dekoriert, aber zum Beispiel beim Aufbau des Betts bemerkt, dass wir vergessen hatten, einen Lattenrost zu kaufen. (lacht) Alles ist noch ein bisschen im Umbruch, aber das Einleben ist auch ein schöner Prozess.

Sonja: Dein Designstudio ist nicht weit weg und du verbringst viel Zeit dort. Fällt es dir schwer, die Arbeit dort zu lassen, wenn du Feierabend machst?

Rosa: Als Freelancer ist es eigentlich immer schwierig, den Beruf von der Freizeit zu trennen. Ich versuche natürlich schon, außerhalb des Berufs schönen Dingen Zeit einzuräumen, bewusst etwas Leckeres zu kochen oder Musik zu hören. Aber die Unterscheidung zweier Räume bedeutet nicht automatisch, dass ich komplett abschalten kann, wenn ich zuhause bin.

Sonja: Begünstigt es deinen Arbeitsprozess, dass du dir das Büro mit guten Freunden teilst?

Rosa: Ja, selbstverständlich! Das gegenseitige Fragen bei Grundsatzentscheidungen oder Problemlösungen ist sehr fruchtbar. Ebenso auch das gemeinsame Feierabendbier und kleine Besprechungen zwischendurch.

 

Sonja: Hast du einen Platz oder ein Ritual um den Feierabend einzuläuten?

Rosa: Ich empfinde unseren Küchentisch als Ruheoase und Ort für gute Gespräche. Da scribble ich höchstens mal, aber gearbeitet wird eigentlich nicht. Ich sitze gerne hier mit einem Cappuccino und einer Zigarette, bespreche meinen Tag mit meinem Freund und genieße die Auszeit.

Sonja: Ihr wohnt ja noch nicht lange zusammen. Inwiefern unterscheidet sich für dich das Zusammenleben als Paar zu deiner vorherigen Wohnsituation?

Rosa: Nun, ich habe davor in WGs gewohnt oder zur Untermiete, bei der klar war, dass sich grundsätzliche Verschönerungen nicht so richtig lohnen. Oft habe ich das Zimmer kaum dekoriert, weil der Gedanke an den nächsten Umzug schon so nahe lag. Mit meinem Freund zusammenzuziehen, war natürlich ein Commitment. Auf einmal leistet man sich auch Möbelstücke, von denen man möchte, dass sie sehr lange halten. Ich habe mich in einer Wohnung noch nie so zufrieden gefühlt!

Sonja: Häufig kommt es mir zugleich wie ein Fluch, aber auch Segen unserer Generation vor, dass wir jederzeit alles ändern könnten. Denkst du, dass wir generell ein Problem mit der Langfristigkeit von Entscheidungen haben?

Rosa: Ja, ich schiebe das auf den ständigen Optimierungswahn unserer Gesellschaft. Die Annahme, dass man einen schöneren Beruf, eine tollere Wohnung oder ein passenderen Partner verpasst, wenn man sich für etwas entscheidet. Ich für meinen Teil wurde ein wenig kritisch beäugt bei dem Umzug. “Möchtet ihr wirklich zusammenziehen und Dinge gemeinsam anschaffen? Wie teilt ihr das alles auf, wenn ihr euch trennt?” Das ist natürlich ein kalkulierbares Risiko, aber ich liebe es, mich etwas zu trauen!

Sonja: Ihr wohnt ja noch nicht lange zusammen. Inwiefern unterscheidet sich für dich das Zusammenleben als Paar zu deiner vorherigen Wohnsituation?

Rosa: Nun, ich habe davor in WGs gewohnt oder zur Untermiete, bei der klar war, dass sich grundsätzliche Verschönerungen nicht so richtig lohnen. Oft habe ich das Zimmer kaum dekoriert, weil der Gedanke an den nächsten Umzug schon so nahe lag. Mit meinem Freund zusammenzuziehen, war natürlich ein Commitment. Auf einmal leistet man sich auch Möbelstücke, von denen man möchte, dass sie sehr lange halten. Ich habe mich in einer Wohnung noch nie so zufrieden gefühlt!

 

Sonja: Häufig kommt es mir zugleich wie ein Fluch, aber auch Segen unserer Generation vor, dass wir jederzeit alles ändern könnten. Denkst du, dass wir generell ein Problem mit der Langfristigkeit von Entscheidungen haben?

Rosa: Ja, ich schiebe das auf den ständigen Optimierungswahn unserer Gesellschaft. Die Annahme, dass man einen schöneren Beruf, eine tollere Wohnung oder ein passenderen Partner verpasst, wenn man sich für etwas entscheidet. Ich für meinen Teil wurde ein wenig kritisch beäugt bei dem Umzug. “Möchtet ihr wirklich zusammenziehen und Dinge gemeinsam anschaffen? Wie teilt ihr das alles auf, wenn ihr euch trennt?” Das ist natürlich ein kalkulierbares Risiko, aber ich liebe es, mich etwas zu trauen!

Sonja: Wo liegt da für dich die größte Spannung?

Rosa: Ich bin von Haus aus niemand, der wahnsinnig gerne über sich spricht. Obwohl ich nie viel von mir preisgegeben habe, halte ich plötzlich Vorträge und präsentiere mich und meine Ideen, wie zuletzt auf der TYPO Konferenz in Berlin. Das ist ein sehr lehrreicher Prozess. Indem ich Dinge, die ich früher niemals gemacht oder gesagt habe, nochmal und nochmal und nochmal wiederhole, werde ich immer besser.

Sonja: Es klingt stark danach, als wäre das eine wunderbare Plattform, um seine Ideen zu reflektieren und die Selbstwahrnehmung auszuloten

Rosa: Natürlich bedeutet es auch viel Stress, ständig diese Verletzlichkeit zu zeigen. Das Projekt “Walk of Happiness” ist ja noch nicht finalisiert.

 

Sonja: Worum geht es bei dieser Idee konkret?

Rosa: “Walk of Happiness” ist der Wunsch, meine Stadt mitzugestalten, zu verschönern und Freude zu bereiten. Mit verschiedenen positiven Schriftzügen versehe ich zehn Ladenfronten von Studios, jungen Labels und Concept Stores in München, die die jeweiligen Geschäfte fördern sollen, und den Passanten Spaß machen. Dazu soll auch eigens ein Stadtplan entstehen. Ich mag den Gedanken, es typographisch auszudrücken, wie wohl ich mich hier fühle!

Zu all ihren grafischen und unternehmerischen Fähigkeiten gesellt sich auch musikalisches Talent: Rosa spielt Bass in der zweiköpfigen Band “Blue Haze”, deren Stil sie als sphärischen Twin Peaks-Sound verortet. Ein Konzert erlebt zu haben, lässt einen stark daran zweifeln, dass sie ihre Bühnenerfahrung bis dato eher bescheiden bewertet. Umso schöner zu wissen, wie durchdacht und idealistisch ihre Projekte sind.

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